Und hier komme ich wieder mit meinen "Global Playern" - wie es so schön heißt. Ich glaube die Situation wird sich erst ändern, wenn Amazon oder vielleicht Apple den deutschen Markt betreten. Es sei denn, die deutschen Verlage wachen noch auf - ein gutes Beispiel ist hier England.
Hab ich das falsch aufgeschnappt oder können die Verlage die Bücher "selbst bepreisen", also eine andere Ausgabe kann auch einen anderen Preis haben, nur muss eben überall gleich viel kosten. Wenn das so ist, dann sollte es doch möglich sein, das EBook zu anderen Preisen als die Druckausgabe anzubieten!?
Ich würde mal sagen, das - selbst wenn es von Amazon jemals eine lokalisierte, regionale Kindle-Version mit deutschprachigem Support und deutschprachiger Anleitung gibt - sich die Erfahrungen aus den USA nicht 1:1 auf den deutschen Markt übertragen lassen. Oder anders: Solange der Börsenverein des deutschen Buchhandels vehement an der Buchpreisbindung festhält gibt es weder für Amazon, noch für einen anderen Gameplayer (wieso wird hier eigentlich Apple genannt? Habe ich was verpasst?), einen Ansatzpunkt den Markt irgendwie aufzurollen.
Klar können sie das, aber da sie mit ebooks kein Geschäft machen, und der Aufwand beträchtlich höher ist als ihr gewohntes Unternehmen, haben sie nicht unbedingt ein vordringliches Interesse daran. Die Umsetzung eines Buches in eine digitalisierte Ausgabe scheint überschaubar und spart dem Verlag Geld bei der Herstellung. Aber die Kosten für die Distribution, die Überwachung der Verkäufe, der Lizenzierungen, des Vertriebs sind ganz neue Aufgaben für die Verlage, die sie Dienstleister übergeben. Die Kosten, die diese Dienstleister aktuell verursachen, dürften - inkl. der Mitarbeiter in den Verlagen, die sich damit beschäftigen - momentan noch höher sein als die Einnahmen. Die ebook-Geschichte macht bei den meisten Verlagen noch nicht mal 1% des Verlagsgeschäftes aus. Das lohnt sich nicht. Hier die Preise runter zu setzen wäre unrentabel. Und für Amazon können sie die Preise nicht exklusiv runtersetzen, noch kann Amazon derzeit eine garantierte Abnahme oder einen entsprechenden Verkauf versprechen, da sich das Kindle überhaupt nicht an deutsche, sondern nur an anglo-amerikanische Leser richtet. Im deutschsprachigen Markt ist das Kindle quasi nicht präsent. An dieser Strategie wird sich solange nichts ändern, solange das Ding nicht direkt aus Deutschland geliefert wird.Hab ich das falsch aufgeschnappt oder können die Verlage die Bücher "selbst bepreisen", also eine andere Ausgabe kann auch einen anderen Preis haben, nur muss eben überall gleich viel kosten. Wenn das so ist, dann sollte es doch möglich sein, das EBook zu anderen Preisen als die Druckausgabe anzubieten!?
Ich würde mal sagen, das - selbst wenn es von Amazon jemals eine lokalisierte, regionale Kindle-Version mit deutschprachigem Support und deutschprachiger Anleitung gibt - sich die Erfahrungen aus den USA nicht 1:1 auf den deutschen Markt übertragen lassen. Oder anders: Solange der Börsenverein des deutschen Buchhandels vehement an der Buchpreisbindung festhält gibt es weder für Amazon, noch für einen anderen Gameplayer (wieso wird hier eigentlich Apple genannt? Habe ich was verpasst?), einen Ansatzpunkt den Markt irgendwie aufzurollen.
Verlag hin oder her, bestehende Preise hin oder her - irgendwie falle ich in ein dezentes Deja Vu. Die Sätze - "Das geht nicht", "die Preise können deshalb nicht..." kommen mir schrecklich bekannt vor. Das ist schon ein paar Jahre her, damals war es der Grund warum die Rocketbooks trotz solider Hardware floppten, warum sich Abos von elektronischen Zeitungen auf einmal nicht mehr auszahlten.
Ich möchte hier nicht schwarzmalen und ich glaube nicht an eine Wiederholung von damals sondern lediglich an eine kleinere Irritation des deutschen Marktes. Spätestens wenn jemand feststellt, dass man mit einem soliden aber bislang noch nicht vorhandenen Geschäftsmodell Geld verdienen kann, wird es zu einem Wettbewerben um den Leser kommen.
Damals waren die Geräte nicht mengenmässig verfügbar - heute sind sie es.
Es ist richtig, dass die Zahl der eBooks aus meiner Empfindung nicht zunimmt aber ich sehe es als gutes Zeichen, dass beispielsweise Krimis von Stieg Larrson aktuell verfügbar sind, Die Arena von King ist verfügbar - es geht vorwärts.
Im Zweifel empfehle ich auf die Englisch sprachigen Bücher auszuweichen - die gibt es reichhaltig und gut verfügbar.
Habt ein bisschen Geduld mit der Old-Economy in Good old Germany - das wird schon.
Ich sehe zu diesem Zeitpunkt eigentlich nur zwei Möglichkeiten ebooks in Deutschland populär zu machen:
Daß die deutschen Verlage Amazon in den Markt hineinlassen, glaube ich nach wie vor nicht, ich kann auch nur hoffen, daß es Apple weltweit gelingt, einen Hype ähnlich wie beim iPhone zu erzeugen, so daß zumindest die Hardware verbreitet ist und ein höherer Bedarf nach E-Books entsteht. Besonders optimistisch bin ich allerdings nicht.
Die Buchpreisbindung wird damit begründet, kleinere Buchläden zu schützen. Was bitteschön haben die mit E-Books zu tun? Gar nichts.
) müssen die selbe Ausgabe von "Harry Potter und die Tropfsteinhöhle des Tropfens" also beide für 14.95€ anbieten, gleichzeitig könnten Amazon und Bertelsmann "Der Club" aber auch mit dem Verlag aushandeln, dass sie eine eigene Ausgabe quasi als Buchclubausgabe bekommen. Die unterscheidet sich dann von der regulären Ausgabe in leicht anderen Angaben auf der Haupttitelrückseite, wo Autor, Copyrighthinweise, Verlagsort und sowas stehen und bekommt ein schlichteres Cover, der Rest bleibt quasi gleich - und sie kann dann für 9.95€ angeboten werden. Weil es letztlich dann die globalen Spieler sein werden, die die Regeln aufstellen und nicht mehr die Verlage. Meiner Meinung nach sind die knochenkonservativ und fürchten ein ähnliches Ende wie es die Musikindustrie gerade erleidet. E-Books, das klingt nach schneller Kopiermöglichkeit und Internet nach Raubkopierern. Dann gibt es noch Verlage wie Suhrkamp, für die das gedruckte Buch etwas Sakrales ist, das man nicht mit einem digitalen Medium beschmutzen darf. Da steht dann gleich der Untergang des Abendlandes bevor, gegen den sich die letzten Aufrechten stemmen müssen.Jeder, der ein neues Produkt auf den Markt bringt, muss erstmal mit Null- oder sogar Minus-Margen rechnen, warum also nicht der deutsche Buchmarkt? Nach meiner Meinung werden alle, die nicht auf den Zug aufspringen, es noch mal bereuen.