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Samstag, 9. Januar 2010, 14:39

Kaum noch neue E-Books?

Hallo,

seit einigen Wochen habe ich den Eindruck, daß kaum noch neue E-Books erscheinen, vor allem wenig Literatur. Nur Fischer mit seinen Thomas-Mann-Ausgaben bildet eine Ausnahme, aber neu ist diese Literatur auch nicht gerade. Der Hanser-Verlag hat im Dezember nur ein einziges Buch als E-Book herausgegeben und das vor Weihnachten, im August sah das noch ganz anders aus. Bei Libri stagniert die Zahl an Romanseiten (mit Firefox) seit Wochen bei 80+, zur Zeit sind es bei mir 86 und damit etwas über 1200 sehr gemischte Titel.

Habt Ihr auch den Eindruck, daß sich nichts mehr tut? Ich vermute, E-Books erhöhen zur Zeit nur die Verluste. Es wird viel zu wenig verkauft, als daß die Kosten wieder hereinkämen.

Ich verbringe wieder mehr Zeit mit Scannen und Übertragen als mit Lesen. :(

Gruß Alaska

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Samstag, 9. Januar 2010, 15:55

Was bitte für Kosten?
Einfach das PDF zum download anbieten -> fertig kostet 0

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Samstag, 9. Januar 2010, 15:58

Denkste. Die zahlen an Adobe, wegen dem DRM und die Umsetzung vom PDF-Format zu ePub übernehmen Firmen, die dafür Traumpreise verlangen. Zur Zeit ist das für die Verlage ein Minusgeschäft.

Grotesk!

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Samstag, 9. Januar 2010, 16:00

Naja kann ja wohl kaum unsere Schuld sein wenn die sich von Adobe Geld für einen wirkungslosen Kopierschutz abzocken lassen.

5

Samstag, 9. Januar 2010, 19:18

Für mich ein Teufelskreis... wenige Angebote und wenn es ein EBook gibt, kostet es genauso viel wie die Printausgabe und daher wird weniger gekauft, wird weniger gekauft wird von den Verlagen noch behauptet, dass es sich nicht lohnt EBooks anzubieten und lässt es eben. Der Kopierschutz der teilweise recht umständlich sein muss, tut sein eigenes dazu.

Ich denke ein EBook anzubieten sollte schon günstiger als die Druckausgabe sein, da in der heutigen Zeit die Sachen eh schon alle im Rechner vorliegen dürften, von mir aus dann noch mit DRM aber besser ohne, so dass man das EBook genau wie ein richtiges Buch aus austauschen kann mit anderen Lesern. Damit meine ich die gleichen, wie heute "richtige" Bücher ausgetauscht werden.

6

Samstag, 9. Januar 2010, 19:37

Und hier komme ich wieder mit meinen "Global Playern" - wie es so schön heißt. Ich glaube die Situation wird sich erst ändern, wenn Amazon oder vielleicht Apple den deutschen Markt betreten. Es sei denn, die deutschen Verlage wachen noch auf - ein gutes Beispiel ist hier England.

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Samstag, 9. Januar 2010, 19:47

Ich habe leider den Eindruck, sie schlafen gerade ein. Amazon scheint keinen Fuß hineinzubekommen, kein Wunder, wenn die 70 % des Preises nehmen. Bei Apple sind es nur 30, vielleicht klappt das. Aber erst mal werden die sich um den amerikanischen Markt kümmern und dort gegen Amazon antreten.

Mir ist inzwischen ganz egal, woher ich die Bücher bekomme, Hautsache ich muß sie nicht alle selbst scannen.

8

Samstag, 9. Januar 2010, 20:17

Und hier komme ich wieder mit meinen "Global Playern" - wie es so schön heißt. Ich glaube die Situation wird sich erst ändern, wenn Amazon oder vielleicht Apple den deutschen Markt betreten. Es sei denn, die deutschen Verlage wachen noch auf - ein gutes Beispiel ist hier England.

Ich würde mal sagen, das - selbst wenn es von Amazon jemals eine lokalisierte, regionale Kindle-Version mit deutschprachigem Support und deutschprachiger Anleitung gibt - sich die Erfahrungen aus den USA nicht 1:1 auf den deutschen Markt übertragen lassen. Oder anders: Solange der Börsenverein des deutschen Buchhandels vehement an der Buchpreisbindung festhält gibt es weder für Amazon, noch für einen anderen Gameplayer (wieso wird hier eigentlich Apple genannt? Habe ich was verpasst?), einen Ansatzpunkt den Markt irgendwie aufzurollen.

Amazons Erfolg beruht natürlich zu einem Teil auf das einfache Bedienkonzept des Kindles, aber zum anderen auch auf die Preisoffensive bei ebooks. Und diese hat ja immerhin dazu geführt, das in den USA die Buchpreise allgemein ins Rutschen kamen. Aber hier in Deutschland kann Amazon nichts am Preis drehen, damit verliert das Gerät ein Argument, das gerne angeführt wird. Und: Es wird auch am Markt wenig ändern, denn genau solche Geschichten, wie sie Amazon betreibt, will die Buchpreisbindung ja verhindern. Für die Buchhändler und die Verlage ist das, was sich in den USA abspielt ein sehr eindeutiges Alarmsignal. Nicht der Konsument hat die Buchpreisbindung gemacht und forciert, sondern der Handel und die Verlage.

Ich weiß, das du an eine Initiative von Amazon glaubst, aber selbst wenn Amazon sich für den regional Markt stark machen sollte (was ich nicht glaube), kann ich mir keine positive Auswirkung auf das Thema an sich vorstellen.

9

Samstag, 9. Januar 2010, 20:24

Apple wird am 26. oder 27. seinen Tablet-Mac vorstellen, es ist anzunehmen, daß die Inhalte über iTunes schnell folgen werden, jetzt gibt es dort schon viele E-Books. So wie sie den Musikmarkt an sich gerissen haben, werden sie es auch mit Filmen, Zeitungen und Büchern versuchen. Aber wie üblich erst mal in den Staaten.

10

Samstag, 9. Januar 2010, 21:07



Ich würde mal sagen, das - selbst wenn es von Amazon jemals eine lokalisierte, regionale Kindle-Version mit deutschprachigem Support und deutschprachiger Anleitung gibt - sich die Erfahrungen aus den USA nicht 1:1 auf den deutschen Markt übertragen lassen. Oder anders: Solange der Börsenverein des deutschen Buchhandels vehement an der Buchpreisbindung festhält gibt es weder für Amazon, noch für einen anderen Gameplayer (wieso wird hier eigentlich Apple genannt? Habe ich was verpasst?), einen Ansatzpunkt den Markt irgendwie aufzurollen.



Hab ich das falsch aufgeschnappt oder können die Verlage die Bücher "selbst bepreisen", also eine andere Ausgabe kann auch einen anderen Preis haben, nur muss eben überall gleich viel kosten. Wenn das so ist, dann sollte es doch möglich sein, das EBook zu anderen Preisen als die Druckausgabe anzubieten!?

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Sonntag, 10. Januar 2010, 01:50

Verlag hin oder her, bestehende Preise hin oder her - irgendwie falle ich in ein dezentes Deja Vu. Die Sätze - "Das geht nicht", "die Preise können deshalb nicht..." kommen mir schrecklich bekannt vor. Das ist schon ein paar Jahre her, damals war es der Grund warum die Rocketbooks trotz solider Hardware floppten, warum sich Abos von elektronischen Zeitungen auf einmal nicht mehr auszahlten.

Ich möchte hier nicht schwarzmalen und ich glaube nicht an eine Wiederholung von damals sondern lediglich an eine kleinere Irritation des deutschen Marktes. Spätestens wenn jemand feststellt, dass man mit einem soliden aber bislang noch nicht vorhandenen Geschäftsmodell Geld verdienen kann, wird es zu einem Wettbewerben um den Leser kommen.
Damals waren die Geräte nicht mengenmässig verfügbar - heute sind sie es.

Es ist richtig, dass die Zahl der eBooks aus meiner Empfindung nicht zunimmt aber ich sehe es als gutes Zeichen, dass beispielsweise Krimis von Stieg Larrson aktuell verfügbar sind, Die Arena von King ist verfügbar - es geht vorwärts.

Im Zweifel empfehle ich auf die Englisch sprachigen Bücher auszuweichen - die gibt es reichhaltig und gut verfügbar.

Habt ein bisschen Geduld mit der Old-Economy in Good old Germany - das wird schon.
Buchrezensionen, eBooks, Gedanken... - liest du schon oder bastelst du noch?

"Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen."
Frank Herbert

12

Sonntag, 10. Januar 2010, 09:42



Ich würde mal sagen, das - selbst wenn es von Amazon jemals eine lokalisierte, regionale Kindle-Version mit deutschprachigem Support und deutschprachiger Anleitung gibt - sich die Erfahrungen aus den USA nicht 1:1 auf den deutschen Markt übertragen lassen. Oder anders: Solange der Börsenverein des deutschen Buchhandels vehement an der Buchpreisbindung festhält gibt es weder für Amazon, noch für einen anderen Gameplayer (wieso wird hier eigentlich Apple genannt? Habe ich was verpasst?), einen Ansatzpunkt den Markt irgendwie aufzurollen.



Hab ich das falsch aufgeschnappt oder können die Verlage die Bücher "selbst bepreisen", also eine andere Ausgabe kann auch einen anderen Preis haben, nur muss eben überall gleich viel kosten. Wenn das so ist, dann sollte es doch möglich sein, das EBook zu anderen Preisen als die Druckausgabe anzubieten!?
Klar können sie das, aber da sie mit ebooks kein Geschäft machen, und der Aufwand beträchtlich höher ist als ihr gewohntes Unternehmen, haben sie nicht unbedingt ein vordringliches Interesse daran. Die Umsetzung eines Buches in eine digitalisierte Ausgabe scheint überschaubar und spart dem Verlag Geld bei der Herstellung. Aber die Kosten für die Distribution, die Überwachung der Verkäufe, der Lizenzierungen, des Vertriebs sind ganz neue Aufgaben für die Verlage, die sie Dienstleister übergeben. Die Kosten, die diese Dienstleister aktuell verursachen, dürften - inkl. der Mitarbeiter in den Verlagen, die sich damit beschäftigen - momentan noch höher sein als die Einnahmen. Die ebook-Geschichte macht bei den meisten Verlagen noch nicht mal 1% des Verlagsgeschäftes aus. Das lohnt sich nicht. Hier die Preise runter zu setzen wäre unrentabel. Und für Amazon können sie die Preise nicht exklusiv runtersetzen, noch kann Amazon derzeit eine garantierte Abnahme oder einen entsprechenden Verkauf versprechen, da sich das Kindle überhaupt nicht an deutsche, sondern nur an anglo-amerikanische Leser richtet. Im deutschsprachigen Markt ist das Kindle quasi nicht präsent. An dieser Strategie wird sich solange nichts ändern, solange das Ding nicht direkt aus Deutschland geliefert wird.

13

Sonntag, 10. Januar 2010, 09:52

Verlag hin oder her, bestehende Preise hin oder her - irgendwie falle ich in ein dezentes Deja Vu. Die Sätze - "Das geht nicht", "die Preise können deshalb nicht..." kommen mir schrecklich bekannt vor. Das ist schon ein paar Jahre her, damals war es der Grund warum die Rocketbooks trotz solider Hardware floppten, warum sich Abos von elektronischen Zeitungen auf einmal nicht mehr auszahlten.

Ich möchte hier nicht schwarzmalen und ich glaube nicht an eine Wiederholung von damals sondern lediglich an eine kleinere Irritation des deutschen Marktes. Spätestens wenn jemand feststellt, dass man mit einem soliden aber bislang noch nicht vorhandenen Geschäftsmodell Geld verdienen kann, wird es zu einem Wettbewerben um den Leser kommen.
Damals waren die Geräte nicht mengenmässig verfügbar - heute sind sie es.

Es ist richtig, dass die Zahl der eBooks aus meiner Empfindung nicht zunimmt aber ich sehe es als gutes Zeichen, dass beispielsweise Krimis von Stieg Larrson aktuell verfügbar sind, Die Arena von King ist verfügbar - es geht vorwärts.

Im Zweifel empfehle ich auf die Englisch sprachigen Bücher auszuweichen - die gibt es reichhaltig und gut verfügbar.

Habt ein bisschen Geduld mit der Old-Economy in Good old Germany - das wird schon.

Das sehe ich nicht so, zumindestens nicht, solange Reader noch nicht wirklich auf der Straße angekommen sind. Da kein Mensch - seien wir mal ehrlich - einen Reader wirklich braucht, und es nichts schlechtes am Buch gibt, was man daran aussetzen kann, ist kein Bedarf da sich mit zu hohen Preisen oder so einem schlecht supporteten Mist wie den Adobe Digital Editions rumzuschlagen. Ich sehe einen Reader für mich als praktisch und gut an, aber ich kann dieses Teil niemanden empfehlen, der ganz zufrieden mit seinen Papierbüchern ist. Der Verbreitungsgrad von Readern und der Kenntnisstand der Konsumenten ist auf einem Niveau, das diese Teile noch nicht als "Must-Have" im Denken integriert hat.

Und ganz ehrlich: Wenn ich z.b. im Sonyforum mitlese, wie die meisten Neumitglieder seit Weihnachten immer mit demselben Thema kämpfen (nämlich Autorisierung und ADE), dann glaube ich das das noch lange so bleiben wird.

Ich bin zwar der Meinung, das man an Werbung, Verbreitung und Unterstützung noch einiges machen könnte (von Verlags- und Herstellerseite), aber es ist kein Gadget, wo der Bedarf quasi von alleine entsteht, weil es sexy wirkt (wie z.b. MP3-Player etc.).

Wäre ich ein Verlag, dann würde ich mich zurücklehnen, auf meinen Lizenzen sitzen und abwarten, bis es sich lohnt meinen Harry Potter der digitalen Welt zur Verfügung zu stellen. Warum sich bis dahin mit Autoren, Covergestaltern etc. rumstreiten, ob man wirklich die digitalen Rechte hat?

14

Sonntag, 10. Januar 2010, 11:28

Harry Potter ist ja längst in der digitalen Welt angekommen, den gab es von Anfang an in vernünftigen PDF-Fassungen im Netz. Nur noch nicht als ePub , dieses Format hat sich in diesen Kreisen noch nicht durchgesetzt, vermutlich weil Reader einfach zu wenig verbreitet sind. Rowling lehnt eine digitale Rechtevergabe vehement ab. Also hat man keine Wahl, als die dicken Wälzer selbst zu scannen oder sich der vorhandenen Vorlagen zu bedienen.

Ich glaube auch nicht, daß es einen natürlichen Bedarf für Reader gibt, außer für Leute wie mich, die sich mit extra Lesebrillen bei zu kleiner Buchschrift schwertun (ich müßte immer meine Gleitsichtbrille, die bei einer 9er Schrift nicht reicht, absetzen, die im Etui verstauen und nachher wieder rausholen, gerade jetzt in der U-Bahn nicht attraktiv, wo man eh mit Mütze, Handschuhen und Schal herumhantiert). Der Bedarf müßte also geweckt werden. Amazon hat das in den Staaten mit Dumpingpreisen offensichtlich geschafft, Apple wird den Weg über die Verknüpfung des Gerätes mit Spielen, Filmen, Internet, Musik versuchen, wird auf jüngere Käuferschichten zielen. Das Lesen ist dann nebenbei auch möglich. Aber sie werden zweifellos ihren Buchshop deutlich vergrößern.

Daß die deutschen Verlage Amazon in den Markt hineinlassen, glaube ich nach wie vor nicht, ich kann auch nur hoffen, daß es Apple weltweit gelingt, einen Hype ähnlich wie beim iPhone zu erzeugen, so daß zumindest die Hardware verbreitet ist und ein höherer Bedarf nach E-Books entsteht. Besonders optimistisch bin ich allerdings nicht.

Und gerade sehr frustriert über den Rückzug von Hanser, fast der einzige Verlag, der auch anspruchsvolle Literatur veröffentlicht hat. Wenn man sich alle Neuerscheinungen ansieht, dann fällt auf, daß es sich fast nur noch um Unterhaltungsliteratur (Krimis, Komödien, Erotik) handelt oder um Ratgeber. Ich habe nichts gegen Unterhaltung, brauche aber zwischendurch auch mal etwas anderes.

15

Sonntag, 10. Januar 2010, 12:46


Daß die deutschen Verlage Amazon in den Markt hineinlassen, glaube ich nach wie vor nicht, ich kann auch nur hoffen, daß es Apple weltweit gelingt, einen Hype ähnlich wie beim iPhone zu erzeugen, so daß zumindest die Hardware verbreitet ist und ein höherer Bedarf nach E-Books entsteht. Besonders optimistisch bin ich allerdings nicht.

Ich sehe zu diesem Zeitpunkt eigentlich nur zwei Möglichkeiten ebooks in Deutschland populär zu machen:
1. Ein Verlag wie Gruner und Jahr oder Axel Springer steigt auf diese Thema ein und macht einen Deal mit Apple um ihre Periodikas exklusive auf dem Tablet unterzubringen. Mehrfarbig, groß und per Abo regelmäßig. (bei der Begeisterung, die man beim Axel Springer Verlag für Apple hat könnte ich mir das sicher vorstellen, auch wenn ich diesen Verlag nicht sonderlich schätze).
2. Reader werden subventioniert und in ein Club-Angebot (wie von Bertelsmann) integriert. Hier könnte man eine individuelle Preisgestaltung betreiben und den Markt und das Ganze als Paket mit einem Handyanbieter bundeln.
Mir wollte allerdings kürzlich jemand erklären, das würde hierzulande wegen der Buchpreisbindung nicht gehen. Davon bin ich allerdings nicht überzeugt. Ich denke, das geht.

16

Sonntag, 10. Januar 2010, 12:49

Die Buchpreisbindung wird damit begründet, kleinere Buchläden zu schützen. Was bitteschön haben die mit E-Books zu tun? Gar nichts.

17

Sonntag, 10. Januar 2010, 12:56

Die Buchpreisbindung wird damit begründet, kleinere Buchläden zu schützen. Was bitteschön haben die mit E-Books zu tun? Gar nichts.

Mit kleinen Läden hat das IMHO wenig zu tun, sondern eher mit der Querfinanzierung und der Sortimentstiefe, sowie der Verfügbarkeit von Bücher. Als Begründung für die Buchpreisbindung wurde immer die Kalkulation angeführt, die es Verlagen erlauben muß auch unpopuläre Titel zu pflegen. Was sie nur mit einer einigermaßen kalkulierbaren Gewinnspanne betreiben könnten, wenn sie und nicht der Markt den Preis bestimmt. Sicher, Buchläden sind die Nutznießer von einem Wettbewerb mit gleichen Preisen, aber das müßte ja keinen Verlag interessieren. Es geht aber auch darum, das es keine Monopolstruktur gibt, die z.b. den Verlag in Bedrängnis bringt, in dem sie Abnahme garantiert, aber dafür den Preis drückt. Siehe Wal-Mart in Amerika.

Tatsächlich hat aber Thalia hierzulande schon so eine Marktmacht, das sie die Rabatte von den Verlagen einfordern. Was zur Folge hat, das zumindestens ein kleiner Verlag komplett aus den Buchhandel ausgestiegen ist und nur noch seine Kunden direkt anspricht. Insofern schützt die Buchpreisbindung momentan keine kleinen Buchläden, da diese die Rabatte nicht bekommen. Für den Kunden bleibt dieses natürlich unsichtbar.

18

Freitag, 15. Januar 2010, 14:42

Die Buchpreisbindung ist an die jeweilige Ausgabe gebunden, d.h. Ebooks können günstiger angeboten werden als gedruckte Ausgaben, es Preis für eine bestimmte Ausgabe muss aber bei jedem Händler gleich sein.

Ebuchladen.de und Ebooks24.de (die sollen fiktiv sein, ka ob es die Seiten wirklich gibt^^) müssen die selbe Ausgabe von "Harry Potter und die Tropfsteinhöhle des Tropfens" also beide für 14.95€ anbieten, gleichzeitig könnten Amazon und Bertelsmann "Der Club" aber auch mit dem Verlag aushandeln, dass sie eine eigene Ausgabe quasi als Buchclubausgabe bekommen. Die unterscheidet sich dann von der regulären Ausgabe in leicht anderen Angaben auf der Haupttitelrückseite, wo Autor, Copyrighthinweise, Verlagsort und sowas stehen und bekommt ein schlichteres Cover, der Rest bleibt quasi gleich - und sie kann dann für 9.95€ angeboten werden.

SantaChristina99

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19

Freitag, 15. Januar 2010, 22:01

Meiner Meinung nach wird sich an der Situation nichts ändern, bevor sich der Reader am Markt wirklich durchsetzt. Erst wenn die Verlage merken, dass an ihnen ein Geschäft vorbei geht, werden mehr eBooks angeboten. Nur: das wird so schnell nicht passieren, es gibt (noch) keinen wirklichen „Massenbedarf“ . Bedarf an Readern gibt es doch nur bei Leuten, bei denen das Bücherregal „aus allen Nähten platzt“ (wie bei mir) und die für den Urlaub 10 – 15 Bücher in den Koffer packen (wie bei mir) oder die Probleme mit der Schriftgröße haben (wie bei Alaska).

Was ich nicht verstehe, ist, dass anscheinend niemand bereit ist, diesen Markt zu schaffen. Mit der richtigen Werbestrategie dürfte das doch wohl nicht zu schwer sein. Bei den Handys hat das doch auch funktioniert. Wer, seien wir doch mal ehrlich, braucht wirklich ein Handy (mit Ausnahme bestimmter Berufsgruppen)? Ich zumindest muss nicht unbedingt in der S-Bahn, im Auto oder im Restaurant angerufen werden. Wer braucht wirklich ein Handy mit Internetzugang (noch mal: mit Ausnahme bestimmter Berufsgruppen)? Trotzdem hat jeder ein Handy, Handys mit Internetzugang werden immer mehr. Hier hat es funktioniert, warum also nicht mit Readern? Warum und von wem wird hier die Schaffung des Marktes blockiert? Warum wird keine Werbung betrieben? Ich habe jedenfalls noch nie eine Werbung im Fernsehen, in Zeitungen oder im Internet gesehen. Hier wird doch die Möglichkeit vertan, ein neues Produkt „unter die Leute zu bringen“, einen neuen Markt zu schaffen.

Jeder, der ein neues Produkt auf den Markt bringt, muss erstmal mit Null- oder sogar Minus-Margen rechnen, warum also nicht der deutsche Buchmarkt? Nach meiner Meinung werden alle, die nicht auf den Zug aufspringen, es noch mal bereuen.

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Freitag, 15. Januar 2010, 23:11

Jeder, der ein neues Produkt auf den Markt bringt, muss erstmal mit Null- oder sogar Minus-Margen rechnen, warum also nicht der deutsche Buchmarkt? Nach meiner Meinung werden alle, die nicht auf den Zug aufspringen, es noch mal bereuen.
Weil es letztlich dann die globalen Spieler sein werden, die die Regeln aufstellen und nicht mehr die Verlage. Meiner Meinung nach sind die knochenkonservativ und fürchten ein ähnliches Ende wie es die Musikindustrie gerade erleidet. E-Books, das klingt nach schneller Kopiermöglichkeit und Internet nach Raubkopierern. Dann gibt es noch Verlage wie Suhrkamp, für die das gedruckte Buch etwas Sakrales ist, das man nicht mit einem digitalen Medium beschmutzen darf. Da steht dann gleich der Untergang des Abendlandes bevor, gegen den sich die letzten Aufrechten stemmen müssen.

In der FAZ stand vor einem Jahr ein Artikel über eine große Runde von deutschen Verlegern, die über digitale Verwertungsmöglichkeiten diskutierten. Der Redakteur kommentierte betroffen die geballte vorgefundene Ahnungslosigkeit, daß diese Leute in einer anderen Welt lebten und z.B. überhaupt keine Ahnung gehabt hätten, wie viele ihrer Produkte jetzt schon kostenlos im Netz verfügbar wären, ohne daß sie die Vorlagen dafür geliefert hätten.

Gruß Alaska