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21

Samstag, 16. Januar 2010, 08:52

Nach meiner Meinung werden alle, die nicht auf den Zug aufspringen, es noch mal bereuen.
Der Meinung bin ich nicht. Erstens gibt es aktuell noch gar keinen Zug auf den man aufspringen kann, zweitens profitiert der Buchhändler an der Ecke nicht von den ebooks (auch wenn es diesbezüglich interessante Ideen gibt), sondern nur der große Onlinehandel, der damit Personal und Offline-Fillialen einsparen kann. Drittens gibt es schon einige deutsche Verlage, die ungeachtet des herbeigeredeten, belletristischen ebook-"Booms" seit Jahren PDF-Varianten ihrer Bücher rausbringen und diese in Fachbuchkreisen auch verkaufen, aber das sind eben auch genau jene Bücher, die - trotz das sie sich hauptsächlich nur an Fachpublikum richten - in allen Tauschbörsen dieser Welt zu finden sind. Es sind übrigens auch genau die Verlage, die aktuell mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen haben. Nur um mal zu zeigen, was es schon gibt: http://www.springerlink.de/home/main.mpx

(das ist übrigens nicht der Verlag, der die Zeitung mit dem roten Logo im linken Eck rausbringt)

Es ist also bei weitem nicht so, das diese Verlage keine Ahnung haben - im Gegenteil. Es ist auch nicht so, das sie das Medium nicht zu nutzen wissen.

Für Fachbuchkreise erweist sich epub als denkbar ungünstiges Format. Für die belletristischen Verlage ist kein wirklicher Markt in diesem Format absehbar. Man kann sehr gut auf Buchmessen sehen, wie das Thema die Öffentlichkeit und die Verlage beschäftigt. Tatsächlich ist das ebook sowohl für Besucher, wie auch für die Veranstalter ein Thema gewesen, das ca. 0,005% der Veranstaltungsfläche beanspruchte. Grob geschätzt. Anbieter von Readern saßen an kleinen Ständen, die oft nur die Größe eines Partystehtisches hatte. Selbst der TXTr-Reader war nur auf einem Stand mit ähnlichen Anbietern in einer Ecke vertreten, die kaum besucht wurden. Thalia hatte auf dem eigenen Stand den eReader pflichtschuldig an den Rand gedrängt. Ein wirkliches Thema war es nicht. Kindle war, meines Wissens, gar nicht vertreten - oder vielleicht habe ich es übersehen. Es gab einen Stand von einem ebook-Dienstleister, der etwas größer war und den Verlagen seine Leistungen anbot, die komplette Distribution zu übernehmen. An diesem Stand waren verschiedene Reader ausgestellt. 3 Viertel der Geräte gingen nicht, weil sie abgestürtzt waren und regelmäßig von den Mitarbeitern resetet werden mußten, auf dem Rest spielten ein paar Frauen Sudoku.

Wer sich für soetwas interessiert, der konnte problemlos die Geräte berühren, weil sich eben keine Menschentrauben um die Stände bildeten. Nur der Spiegel und ähnliche Publikationen taten so, als ob die Messe unter dem Zeichen des ebooks stand. Aber das macht der Spiegel schon seit Jahren, denn die Geschichte des Ebooks ist mittlerweile schon über zehn Jahre alt und immer in einer ähnlichen Weise auf der Messe vertreten.

Was die Auswirkung des Readers anbelangt: Ich werde immer wieder, wenn ich den Reader in der Öffentlichkeit nutze, darauf angesprochen, aber die Reaktionen sind eher so: Schön, aber ich glaube, ich brauche das nicht wirklich. Ja, wenn man viel liest...
In der kompletten Zeit, in der ich den Reader nutze, hat sich noch niemand zu einer Nutzung überreden lassen, vor allem nicht wenn ich das DRM-System erkläre :D (bevor ich ähnliches wie in den Foren in meinem Bekanntenkreis erlebe...)

Nochmal, von welchem Zug wird hier eigentlich geredet?

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Samstag, 16. Januar 2010, 10:05

Amazon hat übrigens gerade bekannt gegeben nun offen für deutsche Ebooks zu sein... nun wird es also los gehen.

23

Samstag, 16. Januar 2010, 12:26

Amazon hat übrigens gerade bekannt gegeben nun offen für deutsche Ebooks zu sein... nun wird es also los gehen.

Siehe auch hier im Forum .

24

Samstag, 16. Januar 2010, 13:48

Noch wird gar nichts losgehen, vor allen nicht bei uns. Das heißt doch nur, daß Amazon an den Verlagen vorbei E-Books veröffentlichen wird, daß sie ihre Plattform für freie Autoren öffnen. So wie das schon lange für Musiker bei iTunes möglich ist. Dabei geht es doch eindeutig darum, sich vor dem Applestart im März gut zu positionieren. Denn Apple wird genau das tun, es jedem Autor, der bestimmte Qualitätsmerkmale erreicht (ähnlich wie bei den Apps), ermöglichen, über iTunes zu verkaufen. So wie jetzt schon zigtausende von Schüler und Hobbyprogrammierer an den Apps basteln, die sie dann von kostenlos über 79 Cent bis zu 15 Euro verkaufen, das sind ungefähr die von Apple gesteckten Grenzen für selbstgemachte Programme.

Ich sehe die Welt, wie jeder hier merkt, durch eine Apple-Brille, insofern mag ich mich täuschen. Aber allein das Gerücht, Apple würde am 27.1. einen Tablett-Mac vorstellen, hat die Aktie zu einem Allzeithoch getrieben. "Der Hype geht inzwischen so weit, daß das Online-Magazin Valleywag bis zu 100.000 Dollar Belohnung für Informationen über das Apple-Tablet bietet. Für ein Foto sollen 10.000, für ein Video 20.000 Dollar gezahlt werden. 100.000 Dollar gibt es, wenn Valleywag das Tablet für eine Stunde zum Testen überlassen wird." (MacGadget) Apple wird vermutlich einen Bedarf schaffen, nicht nur nach kostenpflichtigen Onlineangeboten für Tageszeitungen und Magazinen, sondern auch an E-Books, die ja jetzt schon hohe Verkaufszahlen bei iTunes erreichen. Amazon beherrscht in den USA den Markt, mit Apple taucht nun ein gewichtiger Plattform-Konkurrent mit eigener Hardware auf.

Das finde ich höchst spannend und das würde dann auch Konsequenzen für den europäischen Markt haben können. Wenn selbst ein iPhone mit derartigen Gängelungen und Kosten wie hierzulande Erfolg hat und Leute darauf E-Books lesen, dann wird das vermutlich auch bei einem Tablet-Mac der Fall sein. Allerdings traue ich Apple durchaus zu, daß sie wieder mit T-Mobile einen Deal machen, damit man Zeitungen, Spiele und Bücher mit einem Klick vom Gerät aus kaufen kann. Und schnell hat man dann auch zum Surven und Mailen eine teure Flatrate am Hals.

@ jazznrhythm

Das ist der einzige "Zug", den ich mir hier vorstellen kann.

Gruß Alaska

25

Samstag, 16. Januar 2010, 21:13

@alaska,

ich glaube daran, das apple ein tablet Pc rausbringt (microsoft macht das ja auch, und gar nicht mal schlecht). Und ich vermute, das es ähnlich vielseitig wird wie das modbook von gravis, eventuell sogar besser. Aber ich glaube nicht so recht an ein Itunes für ebooks. Ich gehe mal davon aus, das das tablet eher für kreative Zwecke eingesetzt werden soll. Apple wäre zwar ein großer Mitspieler, aber hätte dieselben Probleme wie Amazon: Kaum Selbstbestimmung bei der Preisgestaltung, keine oder kaum Exklusivität in Deutschland usw. Aber warten wir es ab.

26

Samstag, 16. Januar 2010, 21:31

@ jazznrhythm

Ebooks gibt es jetzt schon bei iTunes, ein Unterordner von Apps, nennt sich textunes, auch für deutsche Bücher. Nur 14 Seiten bisher, meist Klassiker wie Goethe und Schiller, aber auch die Biß zum… Reihe. Es gab jetzt vor Weihnachten sogar einen Monat, in denen international mehr Bücher als Spiele verkauft wurden.

Auf der Suche nach dieser Rubrik bin ich auf ein Amazon-App gestoßen, über das man von iTunes aus (mit dem Mac, dem Touch oder dem iPhone) auf sein Amazonkonto zugreifen kann, inklusive der 1-Click-Einkaufsmöglichkeit. Gratis. Gratis auch das App "Kindle for iPhone", mit dem man alle Amazonbücher auf dem iPhone lesen kann. Vielleicht gehen die beiden gar nicht in Konkurrenz zueinander. Es ist ja jetzt schon klar, daß sämtliche Amazon-Ebooks auf dem Tablet-Mac zu lesen sein werden, weil es auf dem bis dahin erweiterten iPhone-Betriebssystem beruhen wird. Und kaufen kann man sie von iTunes aus auch.

27

Dienstag, 19. Januar 2010, 00:59

Die Biss-Bücher von Stephenie Meyer im ePub-Format sind offensichtlich aus dem Handel zurückgezogen worden. Anfang vom Ende dieses Formats? Einigen sich die Verlage letztlich doch mit Amazon, weil das Adobe-DRM-Verfahren bei Epubs zu kompliziert ist?

Alles sehr spekulativ. Die Gesamtliste der E-Romane bei Libri hört jedenfalls immer noch bei 86 Firefoxseiten auf und stagniert dort seit Wochen, obwohl es ja einige Neuveröffentlichungen gab.

28

Dienstag, 19. Januar 2010, 06:33

Weiß da jemand etwas genaueres warum die "Biss-Bücher" nicht mehr erhältlich sind? Das erstaunt mich doch sehr. Zumal es die Bücher in anderen Ländern als epub ja gibt.

29

Dienstag, 19. Januar 2010, 10:29

Ich habe den Verlag und Libri angeschrieben, aber bisher keine Antwort erhalten. Die Meyer-Romane gibt es inzwischen bei textunes als Ebooks. Ein Umdenken? Setzt der Carlsen-Verlag auf den Tablet-Mac und iTunes und wendet sich vom ePup-Format ab?

Andere, die noch im letzten Sommer viele Neuerscheinungen parallel als ePubs veröffentlichten, engagieren sich nicht mehr. Vielleicht waren die Verkaufszahlen auch durch den komplizierten DRM-Schutz so gering, daß es sich einfach nicht lohnt und man nun doch Lösungen von globalen Playern den Vorzug geben wird.

30

Dienstag, 19. Januar 2010, 11:51

Libri hat mir jetzt folgende Antort geschickt:

Zitat

Leider hat der Carlsen-Verlag die eBooks dieser Reihe vom Markt genommen. Was die anderen Romane angeht, so steigt die Anzahl der Neuerscheinungen erfahrungsgemäß ab Februar.

31

Mittwoch, 20. Januar 2010, 19:02

Die Antwort vom Carlsen Verlag:

Zitat

haben Sie vielen Dank für Ihre Email. Es freut uns sehr, dass Sie sich für Ebooks aus unserem Verlagsprogramm interessieren. Ihr Eindruck, dass der Carlsen Verlag sich künftig vom Ebook Markt zurückzieht ist falsch. Die Bis(s) Ebooks sind weiterhin zum Beispiel hier verfügbar:
http://www.e-buchkatalog.de/appDE/nav_pr…wh9783551805010

Neben den Bis(s) Büchern gibt es noch weitere Carlsen Ebooks:
http://www.e-buchkatalog.de/appDE/nav_pr…wh9783646922486

Außerdem haben wir eine Neuankündigung auf unserer Website. Nämlich, dass man ab sofort auch einige Carlsen Titel auf’s iPhone laden kann:
http://www.carlsen.de/web/textunes-buecher

Wir hoffen, dass wir Ihnen eine gute und beruhigende Nachricht geben konnten!

Mit vampirischen Grüßen

32

Samstag, 30. Januar 2010, 12:26

Finde es auch schade das kaum neue Ebooks kommen. Bin gerade stark am überlegen auf den Kindle umzusteigen da der amerikanische Markt einfach mehr Auswahl bietet. Einzig umständliche diese Umgehung der regionalen Sperre durch Angabe US Adresse und den diversen im Forum genannten Tricks wie US Proxy etc (fange gerade an das mal mit dem Proxy auszuprobieren). Derzeit kaufe ich mir englische Bücher für meinen PRS 505 meist bei Waterstone.

Gruß
Fabs

33

Samstag, 30. Januar 2010, 19:17

Bin gerade stark am überlegen auf den Kindle umzusteigen


Ich kann dich nur ermuntern, der Kindle ist wirklich toll. Nebenbei tut es meinem Einglisch auch ganz gut.

34

Samstag, 6. Februar 2010, 14:19

Hallo Ihr!

Ja, der Kindle ist wirklich toll! :D Vielen Dank, hoermal, für die Ermunterung, die zwar nicht mir galt, sich aber positiv auf mich ausgewirkt hat. ;)

Zurück zum eigentlichen Thema: in den letzten Wochen und Monaten ging es mir wie Alaska, auch mir schien der deutsche ebook-Markt stillzustehen und das hat mich frustriert.

Soeben hab ich aber eine Entdeckung gemacht, die mich freut und die vielleicht Hoffnung aufkommen läßt:

Bei libri sind auf der ebook-Seite unter "Neuerscheinungen" ebooks gelistet, die zwar zunächst als "sofort lieferbar" angegeben werden, bei Anklicken steht dann aber "Voraussichtlicher Liefertermin 8. Februar". Es betrifft u.a. die ebooks "Das wilde Kind" von T.C. Boyle, "Alles über Sally" von Arno Geiger, "Die Frau mit dem roten Tuch" von Jostein Gaarder, "Ein geschenkter Tag" von Anna Gavalda. Ich hab dann auf der Amazon-Bücherseite nachgeschaut: diese Bücher sollen auch als gedruckte Fassung erst am 8.2. erscheinen. Wenn sie wirklich ab 8.2. auch als ebooks erhältlich sein sollten, würde das bedeuten, daß nun tatsächlich (zuminest einige, als wichtig angesehene) Bücher, auch in Deutschland zeitgleich als gedruckte Fassung und als ebook erscheinen.

Das freut mich ungemein, auch wenn bekanntlich "Eine Schwalbe noch keinen Sommer" macht, wäre es in meinen Augen ein Schritt in die richtige Richtung.

Viele Grüße,
Momo

EDIT: Ich hab's gerade ausprobiert und "Das wilde Kind" als ebook gekauft - und siehe da, der Link funktioniert bereits jetzt!!! Das ebook ist also sofort erhältlich (ob's bei den anderen genannten auch so ist, weiß ich nicht).

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Momo« (6. Februar 2010, 14:28)


35

Samstag, 6. Februar 2010, 14:54

Hallo Momo,

Du hast recht, die Lage hat sich verbessert, es erscheinen wieder fast täglich neue Bücher. Leider nicht alle bei Libri, so gibt es Titel des Berlin-Verlags nur bei buecher.de, wie ich gerade entdeckt habe. Hier alle Titel:
http://www.berlinverlage.de/bucher/bucherlist.asp?cat=99

Ich hatte den Hanser Verlag angeschrieben, von dort hieß es, man veröffentliche zweimal im Jahr, Jan./Febr. und August/September, alles auch bei Libri. Die aktuelle List kopiere ich hier mal rein, die füllt gerade die Librineuerscheinungen. Im Vergleich zum Gesamtprogramm immer noch ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Nachdem klar ist, daß Apple das ePub-Format nutzt, mache ich mir aber keine Sorgen mehr um die Zukunft dieses Format. Mein Lieblingzitat in diesem Zusammenhang:

Zitat

Rüdiger Salat, beim Stuttgarter Holtzbrinck Konzern für die
Publikumsverlage zuständig (Rowohlt, S. Fischer, Kiepenheuer &
Witsch, Macmillan und andere), sieht dem iPad deswegen zuversichtlich
entgegen. Technisch sei man „bestens vorbereitet“, wenn man sich
vertraglich geeinigt habe, könne „Apple in zwei Monaten alle unsere
Bücher haben“.
Hervorhebung von mir. Das glaube ich so zwar nicht, denn wieso sollten diese Verlage plötzlich alle Rechte für E-Book-Verwertung haben. Aber es klingt so gut. ;)

Viele Grüße
Alaska

Hanser Febr./März:

  • Boyle: Das wilde Kind
  • Gaarder: Die Frau mit dem roten Tuch
  • Gavalda: Ein geschenkter Tag
  • Geiger: Alles über Sally
  • Reich: Durch den Wind
  • Müller: Heute wär ich mir lieber nicht begegnet
  • Nicholls: Zeit der Geheimnisse
  • Wohlrath: Merani und die Schlange unter dem Meer
  • Mankell: Der Feind im Schatten
  • Hochgatterer: Das Matratzenhaus
  • Mähr: Alles Fleisch ist Gras
  • Schenk / Moser: Es reicht! Für alle!
  • Moser: Möchtegern

36

Samstag, 6. Februar 2010, 15:14

Hallo Alaska!

Vielen Dank für den Tip!! Ich freue mich sehr darüber, daß auch "Drachenläufer" und "Tausend strahlende Sonnen" inzwischen endlich als ebooks erschienen sind. Was ich nicht ganz fassen kann: daß es manche ebooks nur in manchen Shops gibt und nirgends eine Übersicht, was denn nun inzwischen erschienen ist und wo man es bekommen kann. ;( Aber mit vereinten Kräften werden wir die "Schätze" schon finden. ;)

Ich denke auch, daß die Ankündigung des iPad und der Tatsache, daß Apple dafür auf das epub-Format setzen wird, einiges bewegt hat bzw. bewegen wird, aber die aktuellen kleinen Fortschrittchen (siehe oben) haben meiner Meinung nach damit noch nicht viel zu tun, dazu ist die Ankündigung noch zu frisch, denke ich mal. Sorgen macht mir das von Apple angekündigte eigene DRM für die epubs. Ich möchte - verflixtnochmal - die Freiheit haben, meine ebooks auf jedem Gerät meiner Wahl zu lesen... *SEUFZ!*

Viele Grüße,
Momo

37

Samstag, 6. Februar 2010, 16:38

Hallo Momo,

Apple selbst hat sich dazu noch gar nicht geäußert, das ist jedenfalls mein Stand. Überraschend war eine Meldung, daß iBooks nur als App erscheinen soll, so wie die Textunes-, Textr-, Kindle- oder Stanza-Apps. Jedenfalls scheinen sie nicht den Adobe-DRM nutzen zu wollen, was ich gut verstehen kann.

Da ich mir den iPad holen werden, kann ich dann – nach dem derzeitigen Stand – alles darauf lesen. Muß dafür aber einen LCD in Kauf nehmen.

Ich glaube natürlich auch nicht, daß sich der iPad jetzt schon auf die E-Book-Produktion auswirkt. Aber wenn Apple in zwei Monaten damit im Geschäft ist, werden viele Verlage anfangen, sich wirklich ernsthaft mit dem Thema zu beschäftigen, weil Apple ja immerhin solch einen Laden wie iTunes gestemmt hat. Apple wird zugetraut, einen Markt zu schaffen. In diesem Sinne hoffe ich, daß die Hype um das Gerät noch ein bißchen anhält. Das kam ja wirklich in allen Nachrichten, was für eine Werbung!

Viele Grüße
Alaska

38

Samstag, 6. Februar 2010, 16:57

Hallo Alaska!

Das sehe ich ähnlich und auch ich freue mich auf das Gerät und hoffe insgesamt auf gute Auswirkungen, was das Thema ebooks generell angeht.

Es ist auch toll, daß wir wohl (hoffentlich) alle ebooks auf dem iPad werden lesen können, ich wünsche mir aber sehr, umgekehrt auch alle ebooks auf einem echten ebook-Reader lesen zu können. Ich werde das iPad natürlich auch zum Lesen nutzen, möchte aber nicht auf die e-Ink-Technologie verzichten müssen und möchte v.a. meinen KindleDX für alle künftigen ebooks nutzen können.

Im wesentlichen wünsche ich mir, daß Amazon sein Versprechen wahrmacht, in absehbarer Zeit "alle ebooks in allen Sprachen" über den Kindle-Store anzubieten. *TRÄUM!* Malschaun, wohin die Zukunft führt...

Viele Grüße,
Momo

39

Sonntag, 7. Februar 2010, 10:47

Apple wird zugetraut, einen Markt zu schaffen. In diesem Sinne hoffe ich, daß die Hype um das Gerät noch ein bißchen anhält. Das kam ja wirklich in allen Nachrichten, was für eine Werbung!

Interessant fand ich dazu auch Jörg Kantels Artikel in der Faz oder Walt Mosspuppets Interview mit Steve Jobs (ja, das ist dann Satire). Mehr erhoffe ich mir von Microsofts Courier bzw. hier . Das Teil von Apple erfüllt in meinen Augen nicht die Kriterien eines Readers auf den ich Wert lege, und als Tablett ist es in meinen Augen nicht für kreative Anwendungen tauglich. Ein neues, weiteres gerätegebundenes DRM-System finde ich sowieso eher bedrohlich als wirklich innovativ. Insofern wird das Ding seinen Weg gehen und wahrscheinlich wirklich der Schlager, aber ich persönlich sehe in dem Gerät für mich - zu diesem Zeitpunkt - keinen Fortschritt, sondern nur Ballast und Unfreiheit.

40

Sonntag, 7. Februar 2010, 17:23

Ein neues, weiteres gerätegebundenes DRM-System finde ich sowieso eher bedrohlich als wirklich innovativ. Insofern wird das Ding seinen Weg gehen und wahrscheinlich wirklich der Schlager, aber ich persönlich sehe in dem Gerät für mich - zu diesem Zeitpunkt - keinen Fortschritt, sondern nur Ballast und Unfreiheit.
So geht es mir mit Geräten, die auf der Software von MS beruhen. ;) Ich glaube mal, daß die weltweiten Auswirkungen des iPads von Befürwortern als auch von Kritikern etwas überschätzt wird. Nicht Apple ist verantwortlich für eine künftige Monopolstellung und verhindert die freie Markltwirtschaft, es sind die Verlage, die auf DRM bestehen.

Und was DRM anbelangt, das haben wir mit Amazon genauso. Nur ist es dort kundenfreundlicher. Die Apps kann man wie bei Amazon die E-Books so oft herunterladen, wie man will, man verliert die Rechte nicht, wie bei Adobe-DRM, den ich für viel rigider halte. Geräteverbundene DRM-Systeme haben deutliche Vorteile gegenüber geräteneutralem DRM. Die mit DRM-verbundenen Texte passen garantiert zum Gerät, nicht wie bei den DRM-ePubs hierzulande, die z.B. für den Sony 505 meist viel zuviel Rand mitbringen und eher auf ein 8" Gerät passen würden.

Nicht daß wir uns mißverstehen: Ich bin ein Gegner von DRM, es schränkt die Freiheit des Kunden immens ein! Aber ich sehe wenig Vorteile eines angeblich offenen DRM-Systems wie von Adobe mit Kundendienst in den USA gegenüber einem gerätegebundenen DRM-Systems. Man kann unter mehreren Geräten wählen, nimmt dafür aber den Umweg über den Rechner in Kauf, ist mit Adobe verdongelt und bekommt nur sehr begrenzte Rechte. Dem steht bei Amazon und Apple eine perfekte Abstimmung von Inhalt und Gerät, das Kaufen und Herunterladen vom Gerät aus und eine unbegrenzte private Rechteausübung gegenüber.