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Philipp

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1

Dienstag, 28. April 2009, 10:48

Amazon übernimmt Lexcycle, Entwickler der iPhone App Stanza

Amazon hat die Firma Lexcycle übernommen. Lexcycle hat die bekannteste E-Book Applikation für das iPhone, Stanza, entwickelt.

Die Applikation bietet vor Allem Möglichkeiten, E-Books im freien E-Book Format [lexicon]ePub[/lexicon] zu lesen.
Es stellt sich die Frage, warum Amazon, die vorwiegend auf ihre eigenen Formate Kindle und Mobipocket setzen, die Firma übernimmt.

Wird Amazon ähnlich wie Sony nachträglich auf den offenen Standard [lexicon]ePub[/lexicon] setzen und das angebot sowie die Firmware für den Kindle nachträglich umstellen? Möchte Amazon verhindern, dass es eine Stanza- Version gibt, die das ADEP SDK implementiert, sodass man mit Stanza geschützte [lexicon]ePub[/lexicon] Dateien lesen kann, wie sie in Europa von vielen Konkurrenten angeboten werden?

Ich persönlich halte diesen Schritt in jedem Fall nicht für gut. Amazon wird es sich mit Sicherheit eine stolze Summen kosten lassen...

Weitere Infos: http://bits.blogs.nytimes.com/2009/04/27…for-the-iphone/

wolferl

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2

Mittwoch, 29. April 2009, 13:33

Amazon denkt voraus

Stanza bei Amazon, das ist traurig - aber auch spannend.

Lexcycle und Adobe arbeiten zusammen am zukünftigen E-Book-Format. [lexicon]ePub[/lexicon] ist ja nur ein erster Versuch. Da wird Amazon jetzt mitreden. Das Thema Kopierschutz erledigt sich allerdings von allein, da ist Adobe schon hinterher. Aber natürlich ist Amazon daran interessiert, etwas zu steuern, auf welchen Geräten zukünftige Reader zum Einsatz kommen bzw. welche Datenformate sie lesen können. Entscheidend ist, dass die Amazon-Ware optimal verwertet werden kann - das kann dann gern auch auf dem iPhone sein. Mit Millionen von iPhone-Nutzern als potentiellen Kunden hat man mehr verdient, als wenn ein paar hunderttausend Kindles mehr verkauft werden (ist ja noch nicht klar, ob Lesegeräte tatsächlich eine Zukunft haben, siehe iPhone).
Interessant wird diese Nachricht im Zusammenhang mit einer anderen:
Die Verlagsgruppe Random House hat letzte Woche eine Reihe "enhanced e-books" rausgebracht - ein Test, nur im UK erhältlich. Da gehts dann mit Audio und Video und evtl. mehreren Sprachen gleichzeitig zur Sache. So sieht das E-Book der Zukunft aus. Logisch dass es dafür ganz neue Readersoftware braucht. Random House arbeitet zurzeit an einer eigenen Software. Das wiederum ist überraschend, schließlich sind die Verlage noch nie als Softwareproduzenten aufgetreten, sondern waren immer Opfer der Software-Entwicklung.
Aber nun mal angenommen, der Random-House-Reader wird gut und der dazu angebotene "Lesestoff", oder wie immer man das dann nennen wird, taugt was, dann setzt sich möglicherweise ein neuer Standard durch. Und der kommt von einem echten Konkurrenten, denn Random House leidet wie alle Verlage unter der wachsenden Übermacht von Amazon. In USA hört man schon ein großes Jammern der Verlage, dass es im Prinzip keine Preisverhandlungen mehr gibt, sondern man kann nur noch das Angebot von Amazon akzeptieren oder es ablehnen - und ist dann eben beim weltgrößten Buchhändler nicht mehr im Angebot. Kein heutiger Verlag hat mehr die Finanzkraft, um einen ähnlichen Laden wie Amzon aufzuziehen (solange hauptsächlich Papier verschickt werden muss).
In der digitalen Welt schaut es aber anders aus: Man nehme ein paar schnelle Server, eine gute Shop-Software und viele Bücher - schon geht's weltweit ab. Wenn Random House als Großproduzent in der digitalen Zukunft seine Ware nur noch im eigenen Laden verkauft, entgeht Amazon ein dickes Geschäft und wir haben ein hübsches Vorbild für die restliche Buchbranche - digital ist es ja nicht so schlimm, wenn der Leser fünf bis zehn Shops abklappern muss. Es werden sich dannn sowieso entsprechende Buchportale bilden, die einen Gesamtkatalog erstellen.
Das kann Amazon nicht zulassen. Also muss die nächste erfolgreiche Readergeneration die Amazon-Formate hervorragend unterstützen und möglichst den neuen "Spezialformaten" aus der Verlagswelt etwas weniger aufgeschlossen sein. Wer zuerst massiv auf dem Markt vertreten ist, lässt den andern ins Leere laufen. Es genügt doch, ins zukünftige Dateiformat ein paar patentierte Features einzubinden, die man dem Konkurrenten nicht offenlegen muss, schon muss der Leser sich für das eine oder andere System entscheiden ... den Rest kennen wir von Video und DVD.
Und mit Adobe als Partner kann man einiges bewegen.

Bleibt zu hoffen, dass Kovid Goyal dem Druck stand hält und die Unabhängigkeit von Calibre bewahren kann. Sonst sterben die Reader mit guten Konvertiereigenschaften möglicherweise bald wieder aus. Denn genau dieses Talent nervt alle Buchverkäufer.

Grüße an alle Standhaften

netspy

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3

Mittwoch, 29. April 2009, 19:31

Da Stanza zwar sehr gute Ansätze hat, jedoch irgendwie nicht so richtig aus den Pötten kam, sehe ich die Übernahme mit gemischten Gefühlen. Vielleicht ist ja Amazon ernsthaft an einer Weiterentwicklung interessiert und schwenkt (vielleicht auch auf Druck der Verleger, die nicht ’zig verschiedene E-Book-Formate unterstützen wollen) auch auf [lexicon]ePub[/lexicon] um. Gerade die EPUB-Unterstützung von Stanza war ja doch eher mangelhaft und müsste dringend verbesserst werden.

MobileReader1

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4

Sonntag, 3. Mai 2009, 18:31

Hallo!
Was Amazon mit Stanza anfängt, hängt vermutlich im Wesentlichen davon ab, was Amazon künftig eigentlich verkaufen möchte.
Eigentlich dachte ich immer, Amazon wäre ein Online-Buchhandel. Ok, das ist lange her... aber momentan scheint Amazon mehr Interesse am Verkauf des Kindle zu haben, als an den eigentlichen Büchern.
Ist auch verständlich, wenn man beachtet, dass sich gerade entscheidet, welche Plattform künftig das Rennen machen wird.
Aber ob die tatsächlich den Mut haben, alle User von Handys als e-Book-Reader gegen sich aufzubringen? Amazon hat schon oft überrascht. Leider auch negativ...

Ich sehe da düstere Wolken am Horizont... :wacko:

Gruß
Jan
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Philipp

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5

Sonntag, 3. Mai 2009, 18:43

Ab wann interessiert sich eigentlich die Kartellbehörde für derartiges Verhalten?


Ich glaube in diesem Falle leider überhaupt nicht. Obwohl Lexcycle für das Lesen auf dem iPhone schon einen bemerkenswert hohen Bekanntheitsgrad hat, ist der Umsatz der Firma wohl nicht der Rede wert...

Mal schnell von Wikipedia zitiert

Zitat

Zusammenschlüsse von Unternehmen unterliegen in den meisten Staaten einer (meist präventiven) staatlichen Zusammenschlusskontrolle (oft auch "Fusionskontrolle" genannt), sofern der Zusammenschluss eine bestimmte Mindestbedeutung erreicht. Diese Mindestbedeutung wird in den gesetzlichen Bestimmungen über die Zusammenschlusskontrolle in der Regel durch Mindestanforderungen in Bezug auf Umsatz oder Marktanteil der beteiligten Unternehmen definiert.

MobileReader1

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6

Sonntag, 3. Mai 2009, 18:55

Was den Umsatz angeht, hast Du sicher Recht.
Aber Marktanteil??????

Nehmen wir mal MobiPocket und Stanza zusammen, dann dürfte da schon ein beachtlicher Marktanteil zustande kommen.
Und wenn wir jetzt noch die ganze Kindle-Geschichte mit ins Boot werfen, könnte ich mir schon vorstellen, dass wir hier einen kartellrechtlichen Verstoß haben.
Das Problem dürfte sein, dass sich auch hier solange keiner dafür interessiert, wie niemand Klage erhebt.
Schade, dass ich kein Anwalt geworden bin... ?(

Gruß
Jan
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MobileReader1

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7

Samstag, 13. Februar 2010, 00:10

In der neuesten Version von Stanza wurde die USB-Unterstützung (Download von eBooks auf das Iphone per USB) wieder herausgenommen.
Das war wohl nicht im Sinne der "hohen Herren".... :cursing:

Ein Schelm, wer böses dabei denkt.... :pinch:

Schätze mal, Amazon macht seinen Einfluß geltend.
Oder wie sonst kann man das erklären?
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netspy

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8

Samstag, 13. Februar 2010, 00:34

Schätze mal, Amazon macht seinen Einfluß geltend.
Oder wie sonst kann man das erklären?

Nein, das kommt von Apple. Man vermutet, dass Apple mit dem neuen iPhone OS eine API zum Datenaustausch anbieten wird und vorher alle proprietären Lösungen damit (gezwungenermaßen) ersetzt werden sollen.

MobileReader1

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9

Samstag, 13. Februar 2010, 00:39

Danke für den Erklärungsversuch...
aber ...
Bahnhof....?

Zitat

dass Apple mit dem neuen iPhone OS eine API zum Datenaustausch anbieten wird und vorher alle proprietären Lösungen damit (gezwungenermaßen) ersetzt werden sollen.
Warum ersetzt man die USB-Unterstützung dann nicht, wenn es die neuen APIs gibt?
Das scheint mir doch noch ein Bißchen hin zu sein.
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netspy

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10

Samstag, 13. Februar 2010, 00:45

Das sind nur Vermutungen, allerdings durchaus plausible. Momentan gibt es einige Anwendungen, die auf verschiedenen Wegen Daten per USB austauschen können und dabei teilweise das Sicherheitssystem von iPhone OS umgehen. Durch das Verbot solcher eigenen Systeme, werden die Entwickler gezwungen, auf den von Apple bereitgestellten Weg zu wechseln. Da das neue iPhone OS wohl mit dem Verkauf des iPads in 1 ½ Monaten kommen wird, ist es auch nicht mehr so lange hin.

Was Stanza angeht, da man ja immer noch mittels W-LAN Bücher hochladen kann, ist das ja auch kein großer Verlust.

Dini

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11

Montag, 29. März 2010, 15:33

Kartellprobleme??????

Hallo :)
Ich habe gerade ein bisschen eure Diskussion verfolgt, weil ich auf der Suche nach einem ganz speziellen Vorfall bin. Es geht nämlich um die Frage, ob Kartellprobleme durch mobile Endgeräte v.a beim IPad und dem Kindle entstehen. Weiß hier vielleicht irgendwer etwas drüber?
Es wäre wirklich sehr nett, wenn bald jemand antworten könnte ?(