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Sonntag, 7. Februar 2010, 19:46

Ein neues, weiteres gerätegebundenes DRM-System finde ich sowieso eher bedrohlich als wirklich innovativ. Insofern wird das Ding seinen Weg gehen und wahrscheinlich wirklich der Schlager, aber ich persönlich sehe in dem Gerät für mich - zu diesem Zeitpunkt - keinen Fortschritt, sondern nur Ballast und Unfreihei
So geht es mir mit Geräten, die auf der Software von MS beruhen. ;)
Nichts für ungut, aber es gibt außer der XBox bisher kein Gerät das auf MS "beruht". Ich verstehe schon was du meinst, aber im Gegensatz zu Apple ist MS geradezu offen. Es liegt mir fern Microsoft zu verteidigen und Apple zu verdammen. Während die Tischgeräte bei Apple für kreative Leute gedacht sind, ist das Ipad lediglich ein überteuerter Shop mit einem schönen Design, tollen Farben und wahrscheinlich feinem Zubehör. Es ist ein rigoros geschlossenes Geräte, das nicht mal eine USB-Schnittstelle hat und das mindeste was ich erwartet habe, das war die Möglichkeit mit dem Ding handschriftliche Notizen oder Zeichnung zu machen. Das nun so Teil dabei rauskommt, das erschüttert mich.

Dieses Gerede davon, das Apple fürs DRM nichts kann, ist unlogisch, den Apple bietet gezielt sein eigenes DRM den Verlagen an und läßt Adobe links liegen, um möglichst viel von dem Rahm abzuschöpfen, aber um auch möglichst wenig Einfluss auf die Architektur des Gerätes zuzulassen. Aus genau diesen Gründen, um den Appstore nicht mir seltsamen Applikationen hintergehen zu können und den Prozessor in die Kniee zu zwingen wird auch drastisch auf Flash verzichtet. Auch hier gibt es wieder kommerzielle Möglichkeiten das gegen Gebühr auszugleichen, was man vielleicht per Stream oder Embeded-Filmchen im Internet zu Gesicht bekommen hätte. Das alles macht Apple nicht mit Widerwillen, sondern mit Kalkül.

Für den Nutzer, Konsumenten und meinetwegen auch den Leser ist es lediglich (wie natürlich auch bei Amazon) der Tausch Bequemlichkeit gegen Abhängigkeit. Für jemand, der ein Pocketbook,einen eReader oder ähnliches verwendet, ist es das reine Chaos, weil er nichts von dem gepriesenen Applestore nutzen kann. Für die Verlage wird es zur wichtigen Überlegung, ob sie nun weiterhin auf Adobe bauen, oder ihren ganzen Kram über den iBookstore oder Amazon verkaufen. Eine Variante auf allen Plattformen wird sich nicht für alle Beteiligten lohnen. Wir sind also mitten im Systemkampf. Und man liest es ja schon hier im Forum, wie blitzschnell hier die Hardware gewechselt ist. Ökologisch/Ökonomischer vollkommen unsinniges Systemchaos, nur weil zwei Multis möglichst viel vom Kuchen wollen. Sorry, aber daran gibt es nichts, was ich für mich als Vorteil erkennen kann. Wer Abhängigkeit wegen Bequemlichkeit bevorzugt, der mag das anders sehen, wird mich aber nicht überzeugen können.

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Sonntag, 7. Februar 2010, 19:57

Ich bin auch von Adobe abhängig, wenn ich deren DRM nicht entferne. Einmal zu viel den Rechner gewechselt oder den Reader und schon ist das Recht am Buch futsch.

Was Du mit "Bequemlichkeit" umschreibst, das ist für mich eher eine Selbstverständlichkeit. Die Rechte an Büchern auch nach einem Readerwechsel zu behalten. Einfach Bücher laden zu können, die zu dem Gerät passen. Bücher auch zurückgeben zu können wie bei Amazon. Oder einen Kundenservice zu haben, der erreichbar ist.

Für mich stammen Deine Argumente eher aus ideologischen Grabenkämpfen. DRM ist dafür verantwortlich, daß wir nicht Bücher überall kaufen und auf jedem Reader einsetzen können. Und an DRM sind sie alle interessiert, ob nun Apple, Amazon oder die Verlage. DRM ist der Feind des Kunden, bei Musik, bei Filmen (schau Dir nur mal die Einschränkungen bei HD+ an!) oder bei E-Books.

Auf dieses Argument gehst Du überhaupt nicht ein!

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Sonntag, 7. Februar 2010, 20:15

Ich bin auch von Adobe abhängig, wenn ich deren DRM nicht entferne. Einmal zu viel den Rechner gewechselt oder den Reader und schon ist das Recht am Buch futsch.

Was Du mit "Bequemlichkeit" umschreibst, das ist für mich eher eine Selbstverständlichkeit. Die Rechte an Büchern auch nach einem Readerwechsel zu behalten. Einfach Bücher laden zu können, die zu dem Gerät passen. Bücher auch zurückgeben zu können wie bei Amazon. Oder einen Kundenservice zu haben, der erreichbar ist.

Für mich stammen Deine Argumente eher aus ideologischen Grabenkämpfen. DRM ist dafür verantwortlich, daß wir nicht Bücher überall kaufen und auf jedem Reader einsetzen können. Und an DRM sind sie alle interessiert, ob nun Apple, Amazon oder die Verlage. DRM ist der Feind des Kunden, bei Musik, bei Filmen (schau Dir nur mal die Einschränkungen bei HD+ an!) oder bei E-Books.

Auf dieses Argument gehst Du überhaupt nicht ein!
Das ist ja auch kein Argument, sondern eine Meinung. Noch dazu mit der seltsamen Argumentation, das Apple ja kein DRM wollen würde (Wunschgedanke, sorry) und mit Apple und Amazon es gewährleistet sei, das man seine Bücher auch morgen noch lesen könnte. Aha. Hat Amazon nicht schon das Gegenteil bewiesen? Ist es nicht so, das ich mich mit jedem Buch aus dem Applestore unwillkürlich abhängig von dem Firmennamen Apple mache?

Aber sei es drum: Bei der ganzen Anti-DRM-Diskussion würde mich interessieren, wie Autoren in Zukunft entlohnt werden. Ich habe hier schon Files gefunden, deren Copyright nicht beachtet wurde, und ich glaube fest daran, das - wenn man sich nicht parallel darüber Gedanken macht - wie Autoren in den ebook-Jahren ihr Geld verdienen sollen, man nicht zu DRM-Freien Zeiten kommt. Im Gegensatz zu Musikern, die noch über Konzerte und Merchandising richtig Kohle verdienen, wird es für Autoren eng, also brauchen die Jungs und Mädels ein Angebot vom Leser, wie sie auch in Zukunft noch schreiben könne. Ich finde Adobes Lösung schlimm, aber noch schlimmer finde Apple oder Amazon, die mir nicht die freie Auswahl der Hardware lassen, aber als größten Sargnagel und Konfliktstoff empfinde ich all die Leute, die so tun, als müßten die Bücher billiger werden, die Buchpreisbindung und DRM weg und dabei keinerlei Kopf dafür haben, ob und wie die Autoren damit klarkommen sollen.

Für mich ist es keine Lösung heute zu sagen "Ich kaufe keine DRM-verseuchte Bücher", denn das Nichtkaufen von Büchern erweckt augenblicklich den Eindruck, das der Großteil der Leser lieber kostenlose Literatur liest (Wäre es nämlich nur ein DRM-Problem, dann wäre beam-books wahrscheinlich in der Oberliga der Shops :-) ). In den ebook-Charts von bücher.de halten sich seit Wochen und Monate, die freebies und billig-Preis-Klassiker.

Ich persönlich lehne DRM ab, sehe aber momentan keine Lösung dazu und will für mich die freie Gerätewahl und sowenig wie möglich Shopbindung und Hardwarebindung. BTW und nur mal so: Mit Adobe hatte ich noch keine Problem, absolut gar nichts, aber ich rechne natürlich mit dem Schlimmsten, so wie sich das alles liest. :-)

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Sonntag, 7. Februar 2010, 20:31

Für den Nutzer, Konsumenten und meinetwegen auch den Leser ist es lediglich (wie natürlich auch bei Amazon) der Tausch Bequemlichkeit gegen Abhängigkeit.


Hallo jazznrhythm!

Also ich fühle mich in keinster Weise von Amazon abhängig. Ich schätze die Bequemlichkeit des Amazon-Shops und der direkten Übertragung via Whispernet (v.a. für Zeitungs-Abos), die viel geringeren Probleme und viel größere Anwenderfreundlichkeit mit deren DRM als mit dem von Adobe sehr und ich mag die viel bessere Ausgereiftheit des KindleDX gegenüber den Sony-Geräten, die ich kenne. Und ich kann den Reader doch bei weitem nicht nur für Kindle-Store-ebooks verwenden, ich kann alles darauf laden, was DRM-frei ist und nicht gerade im epub-Format daherkommt (aber dieses kann ich konvertieren).

Die Bequemlichkeit des Kindle-Shops kann ich sowieso nur am Rande nutzen, da ich nicht vorwiegend englischsprachige ebooks lese, aber ich empfinde die Gängelung durch Amazon bei Kindle-Shop-Texten bei weitem "offener" als die Bevormundung durch Adobes DRM, die den User vor viel größere technische Probleme stellt und viel schneller dazu führt, daß teuer bezahlte ebooks nicht mehr genutzt werden können und Nutzer bzw. Interessenten sich frustriert von ebooks abwenden.

Neben allen anderen Negativ-Beispielen, die wir hier und in anderen Foren immer wieder lesen, wenn es um Adobe-Autorisierungs-Probleme geht, sei hier nur eine weitere Kleinigkeit genannt: In Kindle-Texten kann ich z.B. anscheinend weitgehend grenzenlos Textpassagen markieren und damit speichern, auf den Rechner übertragen und beliebig weiterverarbeiten (liegt dann in einer txt-Datei vor). Ich kann nicht beschwören, daß man ein ganzes Buch markieren und auf diese Weise "kopieren" könnte und will das auch nicht ausprobieren, aber ich hab schon mehrseitige Passagen markiert und zitiert und bin bisher nicht an Grenzen gestoßen. Bei zumindest den Sony-Geräten ist das Markieren und Zitieren von Text auf wenige Zeichen/Zeilen beschränkt und die Rückübertragung auf den Rechner zur Weiterverarbeitung ein Problem, das jedenfalls ich bisher nicht lösen konnte. Ich führe diese Beschränkung und Einengung nicht so sehr auf Sonys Unfähigkeit zurück, da etwas zu programmieren, das weniger einschränkend und einfacher zu nutzen wäre als vielmehr auf "vorauseilenden Gehorsam" gegenüber dem allmächtigen Adobe-DRM. Die Einschränkung auf den Sony-Geräten gilt sowohl für DRM-geschützte als auch für freie Texte und das ist für mich eine Sauerei und untragbar und hindert mich daran, die Geräte für meine Arbeit sinnvoll zu nutzen. Mit dem Kindle hab ich diese Probleme nicht im geringsten und endlich einen Reader, mit dem ich diesen Aspekt anwenderfreundlich nutzen kann. Gängelung schaut für mich anders aus.

Ich kann sogar mit zwei Klicks jeden beliebigen Zeitungsartikel "clippen", also markieren, damit wird er automatisch in meine txt-Datei eingefügt und ich kann ihn zum Rechner übertragen, weiterversenden, ausdrucken, aufbewahren, was auch immer. Wo ist denn da bitte die Gängelung?

Mit epub bin ich zwar nicht von einem bestimmten Shop abhängig (mit dem Kindle im übrigen auch nicht so massiv wie man denken könnte), dafür aber von einer Firma, die ihre Hausaufgaben nicht macht und die sich wohl eher als Feind des Kunden denn als Partner versteht und die anscheinend alles tut, damit das Kaufen und Nutzen von ebooks (für übrigens meistens teures Geld!) so schwer wie möglich gemacht wird.

Mit der Art, wie AdobesDRM den Kunden gängelt, stehe ich unter einem permanenten Generalverdacht und unter permanentem Druck, mit technischen Schwierigkeiten fertigwerden und mich bei Adobe (sofern man denn überhaupt jemanden erreicht) dafür rechtfertigen zu müssen, wieso um Himmels willen ich schon wieder einen anderen Reader oder einen neuen PC habe oder das System neu aufsetzen mußte. Ich muß betteln, um weitere Lizenzen zu bekommen und meine (teuer bezahlten) Bücher nutzen zu können. Bei Amazon hab ich mit diesem ganzen Unfug nichts zu tun und ich bin in meiner Nutzung des Kindle und der dort gekauften ebooks bei weitem unabhängiger als ich es mit DRM-geschütztem epub bin.

Wie sich das mit Apple und dem iPad verhält, wird man noch sehen. Ich bin momentan nicht mehr so sicher wie vor einer Woche, daß ich mir das Gerät kaufen werde, denn es scheint wirklich vieles nicht zu bieten was ich brauche und der Kindle ist bei weitem besser als ich vor zehn Tagen noch vermutet oder gehofft hatte, so daß ich momentan nicht mehr so zwingend den Bedarf sehe, mir ein iPad zu holen. Sollte sich der ebook-Markt so entwickeln, daß künftig alles oder der Löwenanteil an epubs nur noch mit Apple-eigenen DRM angeboten werden sollte, das andere Geräte (und echte ebook-Reader) ausschließt, dann würde ich das auch als ein großes Problem empfinden - und nur noch stärker hoffen, daß Amazon den Kindle-Store so rasant (auch für deutschsprachige ebooks) ausweitet wie man sich das auf die Fahnen geschrieben hat und ich künftig meinen Bedarf möglichst bei Amazon decken kann, denn das iPad wird für mich persönlich vermutlich nicht der "ebook-Reader erster Wahl" sein sondern das wird der KindleDX wohl eine ganze Weile bleiben.

Viele Grüße,
Momo

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Momo« (7. Februar 2010, 20:47)